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Historischer Überblick

 

 

Überreste prähistorischer Ansiedlungen im Raum Gubbio sind bereits seit der mittleren Altsteinzeit nachgewiesen. Jüngste archäologische Grabungen führten zur Entdeckung von Orten aus der Bronzezeit ganz in der Nähe der Stadt.

Gubbio war ein bedeutendes Zentrum der Umbrer, wie die Eugubinischen Tafeln (3. bis 1. Jh. v. Chr.) belegen. Es handelt sich hierbei um das bemerkenswerteste epigraphische
Zeugnis aus vorrömischer Zeit in Italien. Die sieben Bronzetafeln enthalten rituelle Vorschriften für besondere
Zeremonien und liefern außerdem auch Angaben zur Gesellschaftsordnung des iguvinischen Stadtstaates.

Gubbio war vom 3. Jh. v. Chr. an mit Rom verbündet. Das zum Stamm Crustumina zählende Municipium entwickelte sich in den Anfängen des Römischen Reiches zu einer blühenden Stadt,  wie noch heute zahlreiche archäologische Überreste (darunter die des Theaters) bezeugen. Beim Untergang des Römischen Reiches wurde Iguvium während des Gotischen Kriegs zerstört. Danach geriet es unter byzantinische
Herrschaft und erlebte ein wechselhaftes Schicksal.

Im 8. Jh. wurde es mehrmals von den langobardischen Königen eingenommen und der byzantinischen Herrschaft entzogen. Im Laufe des 11. Jh. befreite sich Gubbio von der Obergewalt der Bischöfe und ging zu einer kommunalen Selbstregierung über. Sowohl Friedrich Barbarossa (1163) als auch Heinrich VI. (1191) erkannten den eugubinischen Konsuln eine weitreichende Gerichtsgewalt und Privilegien zu, die zu erbittertem Streit mit dem benachbarten Perugia führten. Im Jahre 1217 wurde Eugubium von Perugia geschlagen und musste auf seine Expansionsbestrebungen verzichten. Im Jahre 1262 begann die Vorherrschaft der Guelfen, die eine lange Zeit des Friedens und Wohlstands mit sich brachte, wenn man von dem Versuch der Ghibellinen absieht, sich im Jahre 1300 der Stadt zu bemächtigen. Gubbio erreichte eine recht hohe Einwohnerzahl, die Handwerkskünste (besonders die Wollweberei) entwickelten sich, und es wurden neue Stadtmauern und imposante Gemeindepaläste errichtet. Diese Entwicklung kam im Jahre 1350 zum Stillstand, als Giovanni Gabrielli die Stadtherrschaft übernahm. Im Jahre 1354 besiegte Kardinal Albornoz den Tyrannen.
Gubbio wurde der Herrschaft der Kirche unterstellt und erhielt eine beschränkte Autonomie. Gegen diesen Status rebellierte die Stadt im Jahre 1376, aber bald darauf riss der Bischof Gabriele Gabrielli die Macht an sich. Es folgte eine Zeit innerer Kämpfe, die zur Unterwerfung Gubbios unter die Herrschaft der Adelsfamilie Montefeltro führten (1384). Die Herrschaft der Grafen und Herzöge von Urbino (Montefeltro bis 1508, Della Rovere bis 1631) brachte eine Zeit der Blüte des gesellschaftlichen Lebens und der Künste mit sich, vor allem als Guidantonio und Federico di Montefeltro die Stadt regierten. Unter Federico wurde mit dem Bau des Palazzo Ducale im Renaissancestil begonnen. Die Eugubiner blieben den Adligen aus Urbino auch während der kurzen Herrschaft von Valentino (1502) und von Lorenzo dei Medici (1516-1519) treu. Die Zeit, in der Gubbio direkt dem Kirchenstaat unterstellt war, zeichnete sich durch einen fortschreitenden tschaftlichen und politischen Verfall aus. Unter Napoleon wurde die Stadt der Zisalpinischen Republik (1789), der Römischen Republik (1798-1799) und von 1808-1814 dem Italischen Königreich angeschlossen. Kurze Zeit nach dem Anschluss an das Königreich Italien wurde Gubbio im Jahre 1860 Umbrien angegliedert.


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